Münchner Freiheit

Die Münchner Freiheit


Der Platz hieß früher Feilitzschplatz (nach Maximilian von Feilitzsch), ab 1933 auch Danziger Freiheit. 1946 erhielt er den Namen Münchener Freiheit im Gedenken an die Widerstandsgruppe Freiheitsaktion Bayern, die im April 1945 zur Kapitulation vor den amerikanischen Truppen und zum bewaffneten Aufstand gegen die verbliebenen NS-Einheiten aufrief. Zur Erinnerung daran wurde 1981 an der östlichen Einfassung des Forums eine von Franz Hart geschaffene 4 m × 0,4 m große Bronzetafel mit einer Inschrift angebracht. Eine früher existierende am Straßenschild befestigte Erinnerungstafel war beim Bau der U-Bahn 1971 verlorengegangen.

Maximilian Alexander Freiherr von Feilitzsch, seit 1904 Graf von Feilitzsch geboren 12. August 1834  † 19. Juni 1913 war bayerischer Staatsminister des Innern. Aufnahme: Stadtarchiv München

Die Benennung als Danziger Freiheit beruhte auf einem Aufruf der Verkehrszentrale im seit 1933 nationalsozialistisch regierten Danzig, in großen deutschen Städten einen verkehrsreichen Platz Danziger Freiheit zu nennen, um der Forderung nach einer Änderung des Status der Freien Stadt Danzig Ausdruck zu geben. Hierbei berief sie sich auf eine Rede von Joseph Goebbels, die er am 17. Mai 1933 vor Vertretern des deutschen Fremdenverkehrs gehalten hatte. So gab es in vielen deutschen Städten Plätze mit diesem Namen, die zumeist nach dem Krieg wieder umbenannt wurden.

1877 errichtete Ludwig Petuel sen. am Platz die „Schwabinger Brauerei“

Die Trambahn erreichte am 09.12.1878 auf der Strecke durch die Leopoldstraße über die Verlängerung von der Hohenzollernstraße die Münchner Freiheit . Mit der Inbetriebnahme dieser Pferdebahnlinie ging es erstmals bis zum Großen Wirt, wo man ab 1.7.1986 auf die schon elektrische Ungererbahn umsteigen konnte.

1877 hatten die Planer der Münchner Pferdebahn noch ein Depot mit Stallungen direkt an der Straßengabelung der Straßen nach Landshut und Ingolstadt geplant. Allerdings erwies sich das Gelände an der Wilhelmstraße dann als günstiger.

Die Streckenplanung von 1878 zeigt die Strecke zum Feilitzschplatz mit der Abzweigung zum Depot in die Wilhelmstraße durch die Hermannstraße, wie die Hohenzollernstraße damals noch hieß.

Die Eingemeindung von Schwabing 1890

Wir befinden uns im Jahr 1890: Schwabing wurde gerade einegmeindet und das Bild zeigt die Ecke Herzogstraße/ Leopoldstraße. Die alte Burgfriedens-Grenze der Stadt München verlief knapp nördlich der heutigen Hohenzollernstraße, weswegen anfangs die Pferdetrambahn auch nur bis an diese Grenze zur Hohenzollernstraße fuhr. Die Stallungen von Otlet und der spätere Betriebshof in der Wilhelmstraße wurden so gelegt, dass sie anfangs knapp außerhalb des Burgfriedens waren, wie das auch schon mit dem Depot Nymphenburger Straße war. Vermutlich hatte das finanzielle Vorteile damals.

Der Feilitzschplatz

Der Feilitzschplatz bekam seinen Namen erst nach dem Tod von H. Feilitzsch, vorher ist er meist mit „Schwabing“ oder „Großer Wirt“ erwähnt, denn er hatte bis dahin keinen eigenen Namen, war nur eine Weggabelung.

Die Leopoldstraße

Die Leopoldstraße wurde 1891 nach der Eingemeindung Schwabings nach Prinz Leopold von Bayern, dem Sohn des späteren Prinzregenten Luitpold von Bayern, benannt. Zuvor hieß der südliche Teil dieser Straße Schwabinger Weg, der nördlicher in die Schwabinger Landstraße überging.

Die Ungererstraße

Die Ungererstraße hieß früher Landshuter Straße und Freisinger Landstraße, bevor sie 1899 nach August Ungerer (1860–1921), dem Ingenieur und Besitzer des Ungererbads, benannt wurde.

Die Brauerei an der Münchner Freiheit mit einer Pferdebahn im Vordergrund.

Das Siegestor

Das Siegestor, gebaut von 1843 bis 1850, könnte vermutlich seine eigene Geschichten erzählen:  im Jahr 1860 noch ohne Trambahn und 1880 fahren schon die Pferdebahnwagen von der Stadt in die Gemeinde Schwabing, also noch 10 Jahre vor der Eingemeindung natürlich nur bis an den Burgfrieden auf der Höhe der heutigen Buchhandlung Lehmkuhl.     

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Mit der Schließung der elektrischen Ungererbahn am selben Tag befuhr ab 17.07.1895 die Strecke weiter durch die Ungererstraße von der Münchner Freiheit / Feilitzschstraße aus zur Soxhletstraße die Pferdebahnlinie nach einer Bauzeit vom 7.6.1895 – 15.7.1895. Der elektrische Betrieb startete am 19. Februar 1900 nun durchgehend von der Leopoldstraße bis Soxhletstraße.

Dieser Plan der neuen Linie in die Ungererstraße vorläufig bis zum Würmkanal zeigt auch noch die Ungererbahn eingezeichnet.

Zum Bau der neuen Linie in der Ungererstraße wurden alle alten Alleebäume gefällt.

Im Jahr 1905 wird schon elektrisch gefahren auf der Leopoldstraße stadteinwärts. Beim Blick in die Hohenzollernstraße kann man zwei weitere Trambahnwagen erkennen.

Im Jahr 1903 bekam die Münchner Freiheit ein respektables Wartehäuschen mit Pissoir.

Blick von der Münchner Freiheit westlich in die Herzogstraße


Die Münchner Freiheit braucht wegen der nun vermehrt eingesetzten Triebwagen mit Beiwagen eine Schleife, um das lästige Umsetzen der Wagen abzukürzen. Man begibt sich auf die Suche nach einem geeigneten Platz. Die erste Version einer Schleife vor der Erlöserkirche kommt weder bei der Kirchengemeinde noch dem Magistrat besonders gut an und wird verworfen.

Da sieht die Planung vom 22.Dezember 1906 doch schon etwas vielversprechender aus. Es gab noch Vorschläge zu einer großen Schleife über die Ungererstraße, Bandstraße und zurück durch die Leopoldstraße.

Die Schleife an der Münchner Freiheit / Feilitzschstraße wurde am 24.12.1908 neu gebaut in Betrieb genommen.

Die Leopoldstraße im Jahr 1910 an der Kreuzung mit der Franz-Joseph-Straße stadteinwärts gesehen zum Siegestor.

Der Blick auf die Leopoldstraße stadtauswärts 1911 von der Höhe der Fendstraße: die Bebauung übersichtlich, eine Trambahn, ein Fuhrwerk, ein Radfahrer, Schwabing war noch ein Dorf.

Schon am 1.2.1910 wurde die Strecke stadtauswärts durch die Leopoldstraße über die Johann-Fichte-Straße und Parzivalstraße zum Kölner Platz in Betrieb genommen. Baubeginn für diese Strecke war der 10.11.1909. Zu sehen ist der Streckenabschnitt der Leopoldstraße im Jahr 1911.

Das Bild von 1905 oben zeigt einen Triebwagen vom Nordfriedhof kommend auf den Weg in die Stadt.

Im rechten Bild von 1912 blicken wir in die Leopoldstraße stadtauswärts und sehen ganz hinten noch einen Triebwagen stehen. Seit 1.Februar 1910 geht hier die Strecke über den Parzivalplatz bis zum Kölner Platz und den neu gebauten Schwabinger Krankenhaus.

Im Jahr 1915 stellen sich die Schaffnerinnen zu einem Gruppenbild an der Münchner Freiheit zusammen. Der Anlass, vermehrt Frauen einzustellen, war allerdings dem 1. Weltkrieg geschuldet, in dem viele Trambahner eingezogen wurden.

Wenige Meter weiter stadtauswärts auf dem Gelände der ehemaligen METRO an der Leopoldstraße und mit dem Schwabinger Güterbahnhof im Hintergrund spielt der 1900 gegründete FC. Bayern in seinem ersten Stadion, das hier betrieben wurde, 1921 gegen Tottenham.

Nach kurzer Umbauzeit vom 02.05.1925 – 06.05.1925 bekommt die Schleife Münchner Freiheit / Feilitzschstraße ein zweites Verbindungsgleis. Damit können nun auch die Wagen vom Depot in der Soxhletstraße problemlos zum Kölner Platz ausrücken. Dieser Plan zeigt die Stromversorgung der angeschlossenen Strecken.

Ein kleiner Bilderbogen zur Münchner Freiheit: das Bild oben ist vom August 1920 und zeigt im Vordergrund den üppigen Biergarten des „Grosswirts“. Der hatte 1910 den Vorschlag eingereicht, eine eigene Haltestelle zu bekommen. Durch die Verlängerung der Trambahn zum Kölner Platz wurde die Bitte allerdings unmöglich in der Umsetzung. Im Bild daneben sieht man den zweiten Gaststätten-Großbetrieb des Schwabinger Bräu an der Ecke zur Feilitzschstraße im Jahr 1926.

Im Jahr 1937 entstand dieses Bild der Münchner Freiheit stadtauswärts gesehen. Der Standort des Fotografen war ungefähr vor der Leopold-Post.

Winter 1933: Blick aus der Herzogstraße auf das Schwabinger Bräu, das im Krieg fast komplett zerstört wurde.

Im Jahr 1934 entstand dieses Bild aus der Feilitzschstraße auf die Münchner Freiheit gesehen.

Die Münchner Freiheit mit Trambahn und das Schwabinger Bräu im Sommer 1942. Kurz darauf sieht es hier ganz anders aus.

Kriegs-Hilfsbahnen durch die Ludwig- & Leopoldstraße

Mit Beginn des 2. Weltkriegs wurde der Straßenbahn-Betrieb auf der Strecke Odeonsplatz – Sendlinger Tor wieder aufgenommen. Infolge Schienen- und Fahrleitungs-Zerstörungen durch Luftangriffe wurde auf der Strecke Marienplatz (genau: Weinstraße) – Münchener Freiheit (genau: Hohenzollemstraße) in den Jahren 1944/45 der Verkehr auf einem Gleis mit der Dampftrambahn, Linie V, Marienplatz – von-der-Tann-Straße – Hohenzollernstraße aufrecht erhalten. Triebfahrzeug war eine Dampflok der DR, Baureihe 98, als Waggon ein Beiwagen eines DR-Triebwagens. Lokpersonal war DR-Personal, Schaffner Straßenbahn-Personal.

Da lange Zeit nicht klar war, ob die Beschädigungen des Siegestor so stark sind, dass es einsturzgefährdet ist, umfuhr die Pendelbahn kurzerhand auf ihrem Gleis das Siegestor.

Der Betrieb mit regulären elektrischen Triebwagen nach Schwabing war nicht möglich. So baute man einen Ersatzverkehr mit einem Dampflok-Pendelzug auf.

Zeitweise war auch dieser Hilfsbahn-Betrieb nicht möglich, da die Schienenanlagen in der Ludwigstraße schwer beschädigt waren.

Kurz nach dem Krieg wurden die großen und schweren Steine vom schwer zerstörten, aber nicht eingestürzten Siegestor abgetragen und somit blieb nur der unbeschädigte Restbogen stehen, der mit Eisenstangen gestützt wurde. Damit war die weitere Einsturzgefahr gebannt und der Trambahnverkehr durch das Siegestor konnte wieder gefahrlos aufgenommen werden. Erst 1958 wurde das Siegestor komplett wiederaufgebaut aber ohne die Verzierungselemente. Die im Krieg abgestürzte Quadriga kam erst 1972 wieder auf das Siegestor.

Erst am 17.Oktober 1946 wurde der Trambahnbetrieb durch das zerstörte Siegestor vom Odeonsplatz nach Schwabing und weiter zum Nordfriedhof bzw. Kölnerplatz wieder aufgenommen. Zuvor gab es nach dem Krieg eine Umleitungsstrecke zur Münchner Freiheit über die Hohenzollernstraße und Kurfürstenplatz.

Zwischenzeitlich entstand auf dem Gelände des zerstörten Schwabingerbräu ein großer Biergarten und ein Kino, die beliebte „Filmburg“. Das Haus im Hintergrund steht heute noch. Man improvisierte damals gerne, – was blieb einem auch anderes übrig. Ich weiß, von was ich rede, – ich bin hier großgeworden und habe es so erlebt.

Die Wunden des Krieges blieben lange bestehen. Selbst 1961 waren zwar die Trümmer des Schwabingerbräu entfernt, aber große Baulücken waren noch offen. An der Leopoldstraße waren Neubauten entstanden und andere Häuser notdürftig repariert. Hier steht an der Feilitzschstraße schon der Bauzaun für den bau des Kaufhaus Hertie, der „Schwarze Riese“.

Der Trambahnverkehr kommt nach dem Krieg auch auf der Münchner Freiheit wieder langsam in Gang:  K-Wagen Tw 711 der Linie 22 startet zu seiner Fahrt zur Hofmannstraße.

Wegen des akuten Fahrzeugmangels bei der Trambahn kommen sehr viele Verstärkerbuslinien parallel zum Trambahnbetrieb zum Einsatz und viele davor wenden an der Münchner Freiheit.

Der Gleisplan der Münchner Freiheit von 1958 zeigt sich seit 1925 praktisch unverändert:

​Eine Schleife für die Wagen stadtauswärts, natürlich die Abzweigung der Strecken durch die Leopoldstraße bis zum Kölner Platz und die Abzweigung in die Ungererstraße bis Nordfriedhof und später weiter nach Freimann. Da an dieser Strecke auch der Betriebshof 4 an der Soxhletstraße liegt, gab es an der Münchner Freiheit auch eine Aus/Einrück-Möglichkeit für Fahrzeuge aus der Richtung Kölner Platz und später zum Scheidplatz.

Eine Linie 3 nähert sich der Münchner Freiheit im Sommer 1961.

Munterer Trambahnverkehr auf der Münchner Freiheit nach dem Krieg: noch steht ein Behelfsbau des Schwabingerbräu, der bald durch das schwarze Hertie-Hochhaus ersetzt wird. In der Mitte des Platzes steht weiterhin das im Krieg weitgehend verschont gebliebene Stationshaus und in der Strecke von der Ungererstraße sieht man die vorgezogene Weiche stadteinwärts. Damit konnten z.B. im Bild ein ausrückender Wagen der Linie 8 gut vom Betriebshof 4 an der Soxhletstraße zum Scheidplatz ausrücken, der seit 19.September 1959 hierüber zu erreichen ist.

Die Linie 6 war der Stammgast auf der Strecke durch die Ungererstraße nach Freimann.

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Das Bild von 1964 zeigt den neuen Stolz von Schwabing: ein eigenes Kaufhaus. Das Gebäude ist vielen Schwabingerinnen und Schwabingern zu dunkel, zu hoch und zu klotzig. Viele Jahre Später wird der Bau modifiziert.

Die U-Bahn kommt

Am 30.1.1965 wird die Strecke durch die Ungererstraße zwischen Münchner Freiheit und Soxhletstraße wegen des Bau der U-Bahn U6 aufgelassen. Die Vorbereitungen für eine große Baugrube werden getroffen, denn der U-Bahnhof Münchner Freiheit wird in offener Bauweise erstellt. Dabei verschwindet auch das Stationshaus.

Lange wurde um die Bebauung der Münchner Freiheit nach dem U-Bahnbau in offener Bauweise gerungen: auch dieser Vorschlag für eine Einkaufsstadt mit dem Abriss der kompletten Bebauung an der Leopoldstraße lag vor.

Männer ohne Nerven:  gewagte Verkehrsführung an der Münchner Freiheit 1967 für die Linie 6 während der Baustelle.

Eine Priorität bei dem Bau des U-Bahnhofs Münchner Freiheit in offener Bauweise war es, den Trambahnbetrieb zu jeder Zeit aufrecht zu erhalten. Dazu gab es hier an der Münchner Freiheit und weiter in der Leopold- und Ludwigstraße bis zum Odeonsplatz zeitweise viele wechselnde Gleisverschwenkungen und Zick-Zack-Kurse um und über die Baugrube.

Der damalige 50er-Bus fuhr 1971 von der Münchner Freiheit zum Olympiazentrum, bevor er 1972 von der U3 abgelöst wurde.

Das Wahrzeichen der Münchner Freiheit war lange Zeit der schwer umstrittene schwarz verglaste Turm des Hertie-Kaufhauses. Das Kaufhaus, heute ein Karstadt, steht am Platz der ehemaligen Brauerei „Schwabinger Bräu“.  Vielen ist das „Schwabinger Bräu“ vielleicht noch bekannt als Veranstaltungsort vieler Musikveranstaltungen, hier traten in den 70er/80ern von Simple Minds über Billy Joel, AC/DC bis Police alles was Rang und Namen hatte auf und die legendären Faschingsfeiern sind unvergessen. Schräg gegenüber war die erste Münchner Disko, wo Jürgen Herrmann auflegte….sweet memories.

Sorry, die Münchner Freiheit ist seit fast 70 Jahren meine Heimat.

Am 19.10.1971 war vorläufig einmal Schluss für die Trambahn in der Ludwig- und Leopoldstraße durch die Inbetriebnahme U6 Kieferngarten – Goetheplatz.

Ab Mitte der 1960er-Jahre war die Münchner Freiheit eine einzige Baustelle: der Verkehr wurde ab- und umgeleitet, die Tram notdürftig vorbeigemogelt und die Fußgänger hatten einen Hindernisparcour erster Güte. Dieser Film zeigt einen kleinen Ausschnitt davon. 

U-Bahnhof Münchner Freiheit

Der mit als erstes eröffnete viergleisige U-Bahnhof wurde wie die meisten Bahnhöfe, die 1971 in Betrieb gingen, von Paolo Nestler in Zusammenarbeit mit dem städtischen U-Bahn-Referat geplant. In den Jahren 2008 und 2009 wurde der Bahnhof jedoch vom Baureferat in Zusammenarbeit mit dem Lichtdesigner Ingo Maurer umgestaltet.

Die Grundelemente seiner Gestaltung von 1971 finden sich auch in den anderen Bahnhöfen der U6 wieder: Faserzementplatten an den Wänden, Keramikfliesen an den Säulen. Aufgrund seiner Gestaltung erhielt er vom Bund Deutscher Architekten eine Auszeichnung.

In den Jahren 2008 und 2009 wurde der U-Bahnhof grundsaniert und umgestaltet. Insbesondere das neue Farb- und Lichtkonzept von Ingo Maurer ließen den Bahnhof zur Eröffnung der neuen Tramlinie 23 in neuem Glanz erstrahlen. Während die bestehende Architektur weitgehend erhalten blieb, wurde das sichtbar in die Tage gekommene Erscheinungsbild der viergleisigen U-Bahnstation vollständig überarbeitet.

Update 2020: ab Juli 2020 wird die komplette Weichenanlage des U-Bahnhofs Münchner Freiheit ersetzt.

© Text & Bilder: Florian Schütz | u-bahn-muenchen.de

Die Trambahn kommt wieder!

Tote leben länger: nach dem Verschwinden der Trambahn von der Münchner Freiheit gab es am 12. Dezember 2009 das große Comeback der Linie 23.

Schon ein Jahr zuvor rollten die Bagger an zum Bau der kurzen Linie von der Münchner Freiheit zum Frankfurter Ring auf der Trasse der alten Bahnstrecke zum Schwabinger Güterbahnhof. Bahnhof. Die Gleise auf dieser ehemaligen Bahn-Trasse waren schon in den 90er-Jahren entfernt worden und die Brücke über den Mittleren Ring wegen des Baus des Petueltunnels entfernt worden. Lange Zeit waren noch vielerorts Schotterreste zu sehen, zuletzt hatte C&C-Markt Hurler, die spätere METRO an der Leopoldstraße, noch Anlieferungen per Eisenbahn.

Der Schwabinger Güterbahnhof

Seit dem Jahr 1901 führt eine Stichstrecke vom Eisenbahn-Nordring zum Schwabinger Güterbahnhof und war bis 1987 aktiv. Anfang der 60er-jahre holte ich noch mit meiner Mutter in der Expressabteilung des Bahnhofs unsere ersten Neckermann-Pakete per Bahnfracht verschickt ab. Diese Stichlinie versorgte das Schwabinger Krankenhaus per Dampfdruck-Lok mit Kohle. Eigentlicher Grund des Baus war aber der Anschluss durch den Englischen Garten zur Maschinenfabrik Maffei, die nun endlich ab 1901 seine Loks nicht mehr in nächtlichen Lokomobile-Zugaktionen durch die Feilitzschstraße, Feilitzschplatz und Leopoldstraße zum Marsfeld schleppen musste.

Die Trambahnlinie 6 musste ab dem 1.2.1965 dem U-Bahnbau ausweichen und es wurde eine neue Spange von der Schenkendorfstraße durch die Berliner Straße und Johann-Fichte Straße gebaut

So richtig sexy war diese kurzzeitige Umleitungsstrecke sicher nicht, aber zwischen alten Baracken, dem Steinelager, Schrottplätzen und Wertstoffhof gab es für die Freimann weiter eine Verbindung in die Stadt.

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Die Strecke ging auch am neu eröffneten „Tantris“ (1970) vorbei und wenn man in der Berliner Straße heute schaut, findet man noch ein paar Fahrleitungsmasten von damals.

Eröffnungstag der Linie 23 von der Münchner Freiheit zum Schwabinger Tor am 12. Dezember 2009.

Damit hätten wir eigentlich alle Trambahntypen auf dieser Strecke im Kasten?

Vom 9.Oktober 2023 bis 3.Dezember 2023 gab es wegen des Weichenneubaus am Scheidplatz eine Schienenersatzverkehr mit Bussen.

Hall of Fame der Trambahnlinien an der Münchner Freiheit

Der Griff in die Bilderkiste von Klaus Onnich ist immer wieder faszinierend. Da die Münchner Freiheit ja mehrere Namen hatte wie Feilitzschplatz und Danziger Freiheit und auf den Zielanzeigern noch mehr Versionen standen wie Schwabing, Feilitzschstraße, Bandstraße und so weiter, hier also die linienbezogene Bildergalerie zu den Linien in aufsteigender Reihenfolge.

Ein eher kurzes Leben als Verstärkerlinie hatte die Linie 2 vom 11.04.1965  bis 16.04.1968 von hier zum Waldfriedhof.

Nach dem Krieg bediente die Linie 3 vom 10.11.1948 die Strecken Richtung Romanplatz und Richtung Harthof bis 20.04.1968.

Vom 11.12.1906 bis 24.12.1910 startete die Linie 6 schon an der Leopold-/ Hohenzollenstraße. Die Linie 6 war dann hier Platzhirsch seit dem 12.02.1923  bis zur Auflassung der Strecke am 19.10.1971.

Die Verstärkerlinie E6 fuhr hier vom 21.04.1968 bis zur Streckenstilllegung am 19.10.1971.

Ab 25.11.1946 bis 19.09.1959 fuhr auch die Linie 8 über die Münchner Freiheit. danach öfter bei Ein-/Ausrückfahrten vom Bhf.4

Die Linie 10 startete ab 27.11.1907 von der Münchner Freiheit zum Isartalbahnhof bis zum 17.10.1923.

16.05.1908 war der erste Betriebstag für die Linie 13 hier und sie fuhr bis 02.01.1931.

Die Linie 16 verkehrte ab 24.03.1924 bis 04.11.1935 an der Münchner Freiheit und vom 04.11.1963 bis 01.11.1964 als Verstärkerlinie.

Ein Gastspiel der Linie 20 gab es vom 16.04.1910 bis 31.07.1912.

Nach dem Krieg besuchte die Linie 22 vom 07.10.1946 bis 02.11.1950 die Münchner Freiheit, um ab dann ab Nikolaiplatz zu starten.

Vor ihrem heutigen Betrieb seit 13.12.2009 an der Münchner Freiheit ging’s für die Linie 23 schon mal vom 06.12.1935 bis 12.12.1943 hier vorbei.

Der 12.08.1910 war der erste Tag der Linie 25 an der Münchner Freiheit, der 15.10.1913 dann aber schon wieder der letzte Betriebstag.

Knapp 2 Jahre vom 16.10.1960 bis 22.04.1962 bediente die Linie 28 den Verkehr an der Münchner Freiheit.

Nur ein Jahr lang gab es in der Hauptverkehrszeit die Linie E28 von 19.09.1959 bis 15.10.1960, danach ersetzt durch die Linie 28.

Die Linie 36 war mit kurzen Unterbrechungen vom 01.08.1912 bis 05.08.1920 die Verbindung als Zusatzlinie von hier zur Grossmarkthalle, sonntags auch mal zum Tierpark.

© FMTM e.V.

Diese Dokumentation entstand mit der Unterstützung von Peter Hübner, Klaus Onnich, Dieter Kubisch ✟, Florian Schütz und Frederik Buchleitner sowie dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, dem Staatsarchiv München und besonders dem Stadtarchiv München. Recherchiert, zusammengetragen & umgesetzt hat diese Seite Reinhold Kocaurek.

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