Die Pferdebahn vor 150 Jahren: Pferdebahn-Antrag des Ingenieurs J. Büsing.

Vor genau hundert Jahren berichtet J. Büssing, Ingenieur zu Berlin/Charlottenburg, dass er die finanziellen Vor-Bedingungen für die Konzession eines Pferdebahnbetriebs in München, um die er sich wie andere auch beworben hatte, nicht komplett erfüllen könne. Die Anforderungen des Magistrats vom 23. November 1875 (Nr. 43132) könne er so nicht erfüllen.

1876 01 17 Büsing

In einem Brief vom 17. Januar 1876, einem Montag, eingegangen am Donnerstag, den 20. Januar beim Magistrat der Stadt München, verweist er auf seine durchaus bereitwilligen Geldgeber und Finanziers, die allerdings keine Sicherheiten geben könnten, solang nicht einmal die genau formulierten Anforderungen an einen Konzessionsnehmer vorlägen. Erst dann könne man sichere Berechnungen über Renditen und Erträge machen, nach denen man die Finanzierung aufstellen kann.

Ingenieur Büsing aus Berlin schreibt: „Die Vertreter des Hauses (seiner Banken) sind der Ansicht, daß sich eine bindendere Zusage, als sie von ihnen bereits vorliegt und zu den dortigen Akten überreicht ist, nicht eher geben lasse, als bis der Inhalt der zu ertheilenden Concession ganz genau feststeht, weil sich eher über die Anlagekosten und Rentabilität
gar kein bestimmtes Urtheil gewinnen lasse.

Diese Ansicht scheint mir so wohl begründet, daß sich dagegen garnicht
ankämpfen läßt.
“ fügt Ingenieur J. Büsing hinzu.

Büssing unterschrift

Zu dieser Zeit zeichnet sich ab, dass der Münchner Stadt-Magistrat zwar entschlossen ist, zeitnah einen Pferdebahnbetrieb aufzunehmen, jedoch weder für Betrieb oder Finanzierung irgendwelche Verantwortung übernehmen möchte. Daher lichtet sich in den nächsten Monaten die Runde der Bewerber, die ein solch hohes Risiko eingehen möchten, mit Privatvermögen und Bürgschaften die bis dahin noch nicht final festgelegten Konzessionsbedingungen zu erfüllen.

Es bleibt spannend….


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