
Die Vor-Geschichte der Pferdebahn in München ist lang und facettenreich. Der spätere Betreiber der Münchner Pferdebahn, der Belgier Otlet, war in der Pferdebahn-Szene durchaus kein unbeschriebenes Blatt. Der Zeitungsartikel vom 5. Dezember 1875 zur Realisierung der Pferdebahn in Prag ließ auch bei dem Münchner Magistrat Bedenken aufkommen über die Seriosität von Herrn Otlet.

Auch die Stadtväter von München hatten seit Februar 1875 ein Angebot von Otlet zum Bau einer Pferdebahn durch den Belgier auf dem Tisch. Man führte in München auch Gespräche mit anderen Mitbewerbern. Eine städtische Betreibergesellschaft oder gar ein städtischer Betrieb kam für den Magistrat auf keinen Fall in Frage. Die auszusuchende private Betreibergesellschaft sollte kostenneutral für den Magistrat arbeiten, den Anweisungen und Bedingungen des Magistrats zu Technik, Oberbau, Wagen, Streckenführung, Personal und Tarif und den ortspolizeilichen Anordnungen dennoch Genüge leisten und Teile des Gewinns auch an die Stadt abführen. Eine etwas schwierige Ausgangslage für Unternehmer.